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Lena Brännström (Deutsch)
Submitted by webservices on September 10, 2006 - 10:47pm.
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Photo Frank Höfer © Es gibt nur drei Feldenkrais-Bücher auf SchwedischLena Brännström, Svenska Förbundet för Auktoriserade Feldenkrais®pedagoger, Schweden Nachdem ich meine Arbeit als Lehrerin – das ist mein erster Beruf – aufgab, habe ich die letzten 20 Jahre als freiberufliche Theaterregisseurin gearbeitet. Ich habe mit Kindern und Erwachsenen sowohl in Amateurproduktionen als auch kleinen, professionellen Produktionen in Stockholm und Südschweden gearbeitet. Obwohl ich erfolgreich war, wollte ich mehr. In Stockholm gibt es ein Theaterinstitut, an dem sie Fünf-Tage-Kurse für Regisseure und Schauspieler haben. Ich bin dort zu vielen verschiedenen Fortbildungskursen gegangen. Einmal habe ich mich für einen Feldenkrais-Kurs beworben, und ich erinnere mich, dass ich schrieb, ich hätte zwar keine Ahnung was es sei, wäre aber neugierig, es kennen zu lernen und würde gerne wissen, ob das mein Leben verändern könnte. Nach den ersten anderthalb Tagen sagte ich der Feldenkrais-Lehrerin, dass ich das Training, das Ende des Jahres anfangen sollte, mitmachen wolle. Denn in anderthalb Tagen dort war etwas mit mir passiert… Ich war immer ein bisschen eine Kämpferin, aber jetzt begriff ich, dass dort etwas sehr Seltenes angeboten wurde, das mir vielleicht auf andere Weise helfen könnte. Also fing ich 1995 in Sigtuna mit der Ausbildung an, ohne wirklich viel über die Methode zu wissen. Ich unterrichte viele Abend- und Wochenendkurse. Obwohl ich in Stockholm lebe, reise ich viel in den Norden, wo ich he komme, und biete dort Wochenendworkshops an; ich möchte das noch mehr erkunden und helfen, die Methode in Gegenden zu bringen, wo sie noch unbekannt ist. Ich habe mich auch mit einer Freundin zusammen getan, und wir wollen mit Leuten direkt in ihren Büros arbeiten, zum Thema des ganztägigen Sitzens auf Stühlen... usw. Ich bin wieder zum Unterrichten zurückgekehrt und werde es auch mehr in meiner Schule einfließen lassen. Ich unterrichte Schwedisch in kleinen Gruppen, Kinder von Einwanderern mit einem schwierigen sozialen Hintergrund und mit schweren sozialen Problemen. Wir sind an meiner Schule sehr mit Gesundheit befasst, machen viel Sport, klären auf über gutes, gesundes Essen usw. Und im Herbst werde ich die Massage-Stunde durch eine Feldenkrais-Stunde ersetzen. Ich arbeite sehr gern mit Kindern und mache auch Theaterarbeit mit ihnen. Aber insgesamt bin ich jetzt in einer Phase, in der ich meine Feldenkrais-Arbeit verbessern möchte, das ist für mich interessanter als Theaterarbeit. Ich bin schon während des Trainings in unserer Gilde aktiv geworden, jemand hatte mich angesprochen. In Organisationen oder Vorständen zu arbeiten war mir nicht neu. Im dritten Trainingsjahr bin ich in den Vorstand gegangen und jetzt seit fünf Jahren Präsidentin. Unsere Gilde hat 130 Mitglieder, einschließlich der Studenten, und wurde 1988 gegründet. Wir haben bis heute kein Büro. Ich bin das Büro, mein privater Computer, meine Wohnung. Wir sind sieben Vorstände, zwei leben sehr weit entfernt. Und weil das Reisen teuer ist und so viel Extrazeit kostet, haben wir angefangen, mit Computermeetings zu experimentieren und benutzen eine Webkamera. Das war schon interessant. Aber wir müssen uns erst daran gewöhnen. Die wichtigste Herausforderung für uns in Schweden? Es gibt viele... Ich denke, eine von ihnen ist der Unterschied der Arbeitsmöglichkeiten für Feldenkrais-LehrerInnen, die eine medizinische Ausbildung haben, wie Physiotherapeuten, und denen mit anderen Ausbildungen. Ungefähr 80 bis 90 Prozent unserer Mitglieder sind Physiotherapeuten und sie tun wirklich viel für die Verbreitung der Methode in Schweden. Aber wenn man nicht Teil des Gesundheitswesens ist, müssen die Klienten ungefähr 90 Prozent mehr für eine FI bezahlen, und dazu sind viele nicht bereit. Um zur Gilde zurück zu kommen... Wir haben jetzt eine Arbeitsgruppe gegründet, um diejenigen außerhalb des Gesundheitswesens zu unterstützen. Unsere Aufgabe ist, einen Weg zu finden, um die Mehrwertsteuer loszuwerden; die ist 25 Prozent, und nur die ‚nicht-medizinischen’ Practitioner müssen sie zahlen. Aber das Wichtigste ist, neue Wege in die Gesellschaft zu finden, um auf andere Weise mit der Feldenkrais-Methode zu arbeiten, nicht nur im Gesundheitswesen. Wir haben viele Idee, mit Golfern zu arbeiten, mit Reitern usw. Es ist jetzt das vierte Mal, dass ich meine Gilde bei einer IFF-Assembly repräsentiere. Man bekommt hier viel Inspiration, viele neue Ideen. Manchmal möchte ich, dass meine ganze Gilde hier wäre und all die Möglichkeiten und all die Diskussionen hört, die es in der Feldenkrais-Welt weltweit gibt. Teil eines größeren Ganzen zu sein ist besonders wichtig für mittelgroße oder kleine Gilden; hier oben im Norden leben wir weit entfernt von den Zentren der Diskussion... Wenn wir nur auf uns angewiesen und nicht Mitglied der internatonalen Organisationen wären, würde das den Beruf des Feldenkrais-Practitioners in Schweden sehr begrenzen. Es hat bisher nur drei Trainings in Schweden gegeben. Und das letzte endete 1999. Danach hat es ein Training in Norwegen gegeben, an dem viele Schweden teilnahmen. Und jetzt kommt Beatriz Walterspiel zurück und beginnt im Februar 2006 ein neues Training. Wir freuen uns sehr darauf und haben übrigens eine Art Arbeitsgruppe gebildet für Practitioner, die daran interessiert sind, evtl. zukünftig Trainingsassistenten zu werden. Es gibt keine schwedischen TrainerInnen und nur eine Assistentin. Aber es gibt viele sehr erfahrene Feldenkrais-LehrerInnen, die seit 15 Jahren oder so arbeiten. Es ist für uns wichtig, AssistentInnen in den Trainings zu haben, die unsere eigene Sprache sprechen. Es ist nicht so einfach, auf Englisch oder Deutsch ausgebildet worden zu sein und dann zu Hause die Methode in der Muttersprache erklären und ATMs und FIs unterrichten zu müssen. Auf unserer nächsten Mitgliederversammlung werden wir extra erfahrene schwedische Practitioner einladen, jeweils vor und nach der eigentlichen Versammlung Workshops oder ATMs auf Schwedisch zu unterrichten, damit man Feldenkrais einmal auf Schwedisch unterrichtet hört, und auch, um erfahreneren Practitionern die Möglichkeit zu geben, ihre KollegInnen zu unterrichten. Das Sprachproblem ist wirklich ein ziemlich ernst. Wir können uns nicht leisten, auch nur irgendwelches Unterrichtsmaterial ins Schwedische zu übersetzen. Es wäre wunderbar, die Yanai-Lektionen auf Schwedisch zu haben. Aber wie soll das gehen – für 130 Leute? Die meisten Menschen in anderen Ländern denken, dass die Schweden gut genug Englisch sprechen und verstehen, aber das ist nicht wirklich der Fall... Die meisten kämpfen ziemlich damit, und außerdem muss man schon ziemlich gut sein, um die Bücher von Moshé zu verstehen. Es gibt drei Bücher auf Schwedisch, eines von einem schwedischen Feldenkrais-Practitioner und zwei Bücher von Moshé Feldenkrais, die ins Schwedische übersetzt worden sind: „Bewusstheit durch Bewegung" und „Abenteuer im Dschungel des Gehirns". Das ist alles, sonst gibt es nichts! Wenn die internationale Community uns hier helfen könnte, das wäre wunderbar.
Copyright Lena Brännström und Uta Ruge Zuerst erschienen in Feldenkraisforum, Ausgabe 51, 2005 |
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