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IFF Academy for Feldenkrais Practitioners

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Leila Malcolm (Deutsch)


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 Photo Frank Höfer ©

 

Viele gehen in ihre alten Berufe zurück

Leila Malcolm, Feldenkrais Guild UK

Ich habe als Anästhesistin gearbeitet und das erste britische Feldenkrais-Training in London gemacht, das 1990 fertig war. Wie die meisten bin ich zu Feldenkrais durch ein persönliches Problem gekommen – bei mir waren es Arthritis und Rückenprobleme. Ich hatte vieles probiert und kam zu Feldenkrais durch NLP. Nach dem Training dachte ich, es hat mir so gut getan, dass ich es unterrichten will. Also habe ich im Rahmen des Gesundheitsdienstes Kurse in der Onkologie-Abteilung unterrichtet – was nicht einfach war, aber irgendwie doch ging. Als ich in Rente ging, hieß das, dass damit auch diese Infrastruktur für Feldenkrais wegfiel. Außerdem bin ich als Rentnerin dann in eine andere Gegend in England gezogen und machte dann die Erfahrung eines vollkommenen Neubeginns, was ziemlich anders ist, als wenn man es innerhalb seines primären beruflichen Umfeldes einführt. Einige Jahre später sind wir wieder umgezogen, und dieses Mal in eine Gegend, in der Feldenkrais völlig unbekannt war, nach Aberdeen in Schottland. Da war es noch schwieriger – so schwer und frustrierend, dass ich vor ein paar Wochen gesagt habe, dass ich mit diesem Aufwand, eine Praxis aufzubauen, jetzt aufhöre. Ich konzentriere mich jetzt darauf, wie ich helfen kann, unsere Gilde zu stärken und sie bei internationalen Versammlungen zu repräsentieren; das lässt mich mit der Methode in Kontakt bleiben.

Unsere Gilde ist am Ende des ersten Trainings 1990 in London gegründet worden. Zwar war ich in dieser Gruppe, aber damals noch nicht so sehr involviert. Später war ich viele Jahre lang Vorsitzende der britischen Gilde und Delegierte bei der IFF und im EuroTAB-Council. Im Moment bin ich Kassenwartin der Gilde und Vorsitzende des EuroTAB-Council.

Die britische Gilde hat 56 Vollmitglieder und ungefähr 18 studentische Mitglieder. Im Moment (2005) läuft das vierte Training in England. Ich glaube, wir haben in Großbritannien die kombinierte Problematik, dass wir eine ziemlich kleine Organisation sind und dass die Feldenkrais-Methode insgesamt in Großbritannien nicht sehr bekannt ist. Unsere Hauptaufgabe ist, den Anteil derer, die wirklich mit der Feldenkrais-Methode arbeiten, in unserer Mitgliedschaft zu erhöhen, und die Methode besser bekannt zu machen. Das muss Hand in Hand gehen. Viele merken nach dem Training, dass sie nur sehr wenig Arbeit finden und einige haben mir gesagt: „Ich kann eine Mitgliedschaft in der Gilde nicht rechtfertigen, denn ich verdiene durch den Feldenkrais-Unterricht buchstäblich nichts." Also gehen sie nach kurzer Zeit wieder in ihre alten Berufe zurück. Wer einen Beruf hat, in den er die Methode integrieren kann, für den ist es wesentlich einfacher. Diese Leute finden einen Weg, die Methode in ihr Umfeld zu integrieren und werden dann eher Gildemitglied. Es gibt nur sehr wenige, die einen vernünftigen Verdienst als Vollzeit-Feldenkrais-LehrerInnen haben.

In GB ist die Herausforderung für uns einerseits ein Problem des öffentlichen Bekanntmachens, aber andererseits gibt es da wohl auch eine kulturelle Problematik. Wenn ich mir die Klienten vergegenwärtige, die zu Kursen kommen, kommt es mir vor, als wären sie keine ‚reinen’ Engländer. Es sind Leute, die von Feldenkrais im Ausland entweder gehört oder damit Erfahrung gemacht haben – in Europa oder in Australien –, oder es sind Leute, die nicht englisch sind. Was Engländern im Weg steht, sich für so eine Methode wie Feldenkrais zu interessieren, scheint auch die physische Seite zu sein. Und vielleicht hat es auch damit zu tun, dass man die Verantwortung für sich übernimmt. Irgendwie hat unser Gesundheitsdienst (National Health Service) das ein wenig weggenommen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Nationale Gesundheitsdienst gegründet, es gibt ihn jetzt seit 50, 60 Jahren, und man ist daran gewöhnt, dass er da ist und alles zur Verfügung stellt. Er ist nicht einmal eine Versicherung, er ist einfach kostenlos da. Die Menschen haben keine Ahnung, wie viel Behandlungen kosten. Im Moment wird es etwas sichtbarer, weil das Ganze zum Politikum geworden ist... Aber es gibt immer das unterschwellige Gefühl, dass all das einfach da und frei sein sollte. Außerdem gibt es das Problem des Namens; Feldenkrais ist ein deutsch-jüdisch klingender Name für die Briten. Ich nehme die telefonischen Anfragen zur Methode entgegen. Die meisten Leute haben keine Ahnung, wie sie es überhaupt aussprechen sollen.

Die Situation ist im Moment, dass bestimmte kulturelle Gruppen Interesse an Feldenkrais haben. Ganz gewiss ist das in Tanz, Theater und Musik der Fall. Dort hat man von Feldenkrais nicht unbedingt in England gehört, sondern durch Kollegen im Ausland. Hier beginnt es jetzt, dass es bekannter wird, besonders im Süden Englands und in London. Die anderen Orte sind Cambridge und Oxford – halt Universitätsstädte und wiederum sehr international geprägt.

Was tut die Gilde, um ihre Mitglieder zu unterstützen? Nun ja, wir haben angefangen, die Leute bei ihren Treffen zu unterstützen. Und es gibt jetzt eine Gruppe in Südengland, die sich ziemlich regelmäßig trifft, es sind zwar nur fünf oder sechs Leute, aber für GB ist das schon viel. Es gibt eine Gruppe in Cambridge, und auch in den Midlands, in Nordwales und im Norden fangen Gruppen an.

Meine Gilde realisiert zunehmend, wie wichtig es ist, Teil einer größeren Organisation zu sein, und sieht dabei besonders das Material, die Alexander-Yanai-Lektionen, die von der IFF kommen. Wir versuchen auch, uns auf die anderen, international diskutierten Themen zu beziehen. Wir haben eine Lizenz-Diskussion und es gibt einen echten Trend in diese Richtung. Aber ich sehe das auch kritisch, denn einige Feldenkraisler sind in GB ziemlich isoliert und viele praktizieren nur wenig. Welche Lizenzierungskriterien müssten wir da haben? Das müssten zu Anfang ziemlich allgemein formulierte, flexible Anforderungen sein, und wir wären auf die Integrität der Feldenkrais-LehrerInnen angewiesen.

Wir haben in GB noch die Wortmarken und es hat sie auch keiner angegriffen. Andererseits können wir wenig tun, außer einen Brief zu schreiben, in dem steht: „Sind Sie sich darüber im Klaren, dass es eine Ausbildung hierfür gibt?" Ich glaube, die Methode hat so viel zu bieten, dass ich jetzt dafür arbeiten will, ihr eine wirklich feste Grundlage zu geben. In GB hat sie noch keine feste Basis. Jemanden auf internationaler Ebene präsent zu haben, ist für die Gilde in GB sehr wichtig. Nicht alle Mitglieder der Gilde sind dieser Meinung, aber wenn Feldenkrais in GB überleben und wachsen soll und nicht verkümmern, brauchen wir Kontakt mit der internationalen Gemeinschaft. Für mich sind die Treffen des EuroTAB-Council besonders interessant. Hier sehe ich die großen Unterschiede, sowohl in Sprache und Kultur, die zwischen den europäischen Ländern herrschen, als auch die verschiedenen gesetzlichen und rechtlichen Probleme, denen die verschiedenen Gilden gegenüberstehen, – aber auch die Arbeit und Kreativität, mit denen sie die angehen.

 

Copyright Leila Malcom und Uta Ruge

Zuerst erschienen in Feldenkraisforum, Ausgabe 53, 2006