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IFF Academy for Feldenkrais Practitioners

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Diana Romano (Deutsch)

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 Photo Frank Höfer ©
Wir sind wie ein Samenkorn in Lateinamerika

Diana Romano, Associacion Argentina Feldenkrais

Ich war Soziologiestudentin in Buenos Aires und habe auch in Boston, Massachusetts (USA), studiert. 1974 bekamen wir eine Militärregierung, und mein Beruf wurde sofort nahezu für immer und ewig verboten; weil ich nicht wusste, was ich mit meinem Leben jetzt machen sollte, beschloss ich 1974, mich mit Bewegung zu beschäftigen. Ich machte ein Training in etwas, das nannte sich „Körperausdruck", und ich hatte eine sehr gute Lehrerin namens Patricia Stokoe. Sie war auch außerhalb von Argentinien sehr bekannt. Und sie war der erste Kontakt, den wir mit der Feldenkrais-Methode hatten.

Sie setzte sich mit Moshé Feldenkrais in Verbindung und wurde von ihm zu einem seiner Sommerkurse in London eingeladen (sie selbst ist in London geboren). Patricia war die erste, die eine Vorstellung von dem, was die Feldenkrais-Methode ist, nach Argentinien brachte. Ich war vom ersten Moment an vom Denken der Methode fasziniert. Allerdings hatte ich keine Gelegenheit für ein Training und musste ein paar Jahre warten, um ganz offiziell ausgebildet zu werden. Schließlich machte Beatriz Walterspiel 1994 ein Feldenkrais-Training in Argentinien.

Eine meiner Schülerinnen, die Musiklehrerin Violeta Hemsy de Gainza, eine sehr einflussreiche Lehrerin in Argentinien und Direktorin mehrerer Programme im Bildungs- und Erziehungsbereich der Vereinten Nationen – bat mich, ein Buch über die Feldenkrais-Methode zu schreiben. Sie unterrichtet auch viel in Europa. Weil ihr die Schwierigkeiten bewusst waren, die MusikerInnen mit ihren Instrumenten beim stundenlangen Üben haben können, war sie sehr daran interessiert, ihnen die Methode nahe zu bringen. Sie ist auch Chefherausgeberin einer Reihe von Büchern über Körper, Gesundheit und Kunst, jedes Buch ist einer anderen Unterrichtsmethode gewidmet. Ich habe mich bemüht, dem allgemeinen Publikum die Feldenkrais-Methode zu erklären – und so weit ich weiß, ist es das erste Buch seiner Art auf Spanisch ("Introduccion al Método Feldenkrais – El arte de crear conciencia a través del movimiento").

Ich habe eine private Praxis, in der ich FI-Lektionen und ATM unterrichte. Der Unterricht in Argentinien ist ziemlich anders organisiert als in Europa und in den Vereinigten Staaten. So weit ich weiß, habt ihr kurzfristige Workshops für einige Wochen. Aber ihn Argentinien ist es meistens so, dass man einen regulären Unterricht macht für ein ganzes Jahr, man trifft sich einmal wöchentlich für anderthalb Stunden. Die meisten meiner SchülerInnen sind Freiberufler aus den verschiedensten Bereichen: MusikerInnen, AutorInnen, PsychoanalytikerInnen, TänzerInnen, UniversitätsstudentInnen usw.

Psychoanalyse und "Körperarbeit" sind in der argentinischen Mittelschicht sehr beliebt, und es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie selbst in der ökonomischen Krise 2001 die Leute versucht haben, ihre Feldenkrais-Lektionen weiter zu machen. So also arbeite ich und verdiene meinen Lebensunterhalt. Ich arbeite seit 25 Jahren mit verschiedenen Bewegungsschulen und langsam meine gesamte Praxis auf Feldenkrais umgestellt.

Unsere Gilde wurde 1998 gegründet, als das erste Training fertig war. Im ersten Jahr wurde alles sehr simpel gemacht. Die Erste Vorsitzende machte alles von zu Hause aus. Inzwischen haben wir ein Büro angemietet und der erste Vorstand hat eine Webseite gemacht, so dass sich jeder mit uns in Verbindung setzen kann. Vor ein paar Jahren haben wir Kontakt mit der IFF hergestellt, und das ist der Grund, warum ich hier bin, auch wenn es finanziell ziemlich schwierig für uns ist. Aber wir sind der Meinung, dass es eine Priorität ist, herzukommen und mit allen anderen Verbänden in Beziehung zu treten. Die Gilde bat mich, herzukommen, um unsere Mitglieder zu vertreten. Sie meinten auch, dass es interessant wäre, mein Büchlein mitzubringen, das gerade herausgekommen ist.

Die argentinische Gilde hat 70 Mitglieder. Es haben noch mehr Leute die beiden Trainings absolviert, aber 70 Mitglieder sind registriert. Wir hatten zwei Trainings in Argentinien. Beatriz Walterspiel war die Pädagogische Leiterin, und da sie spanisch spricht, sind wir in unserer Muttersprache unterrichtet worden, zumindest zum größten Teil.

Dies ist mein erstes Treffen mit IFF-Mitgliedern und mein erster Eindruck ist sehr positiv. Ich dachte, es wäre bürokratischer, aber es ist ziemlich entspannt und dynamisch. Ich bin froh, hier zu sein, auch wenn es mich fast einen Monat kostete, Ja zu sagen, und es war eine lange, mühsame Reise hierher. Mir scheint, ich werde mit vielen neuen Ideen für neuen Art und Weisen der Zusammenarbeit nach Argentinien zurückkehren können.

Eines unserer drückendsten Probleme ist der Mangel an Unterrichtsmaterial in der eigenen Sprache. Wir haben nichts auf Spanisch. Ich habe hier mit vielen Leuten geredet. Die Israelis haben ihr Material, die Englischsprachigen haben vieles übersetzt, auch die Deutschen haben schon vieles. Aber es ist teuer, man muss Rechte zahlen usw. Und in Argentinien herrscht eine sehr schwierige ökonomische Situation. Es wäre großartig, wenn wir die spanischsprachigen Rechte für die Yanai-Lektionen nach und nach kaufen und langsam eines nach dem anderen mit Erlaubnis der IFF übersetzen könnten.

Die mexikanische Delegierte und ich planen, in dieser Sache zusammen zu arbeiten. Wir haben uns einige Wochen zuvor per Email miteinander in Verbindung gesetzt, um uns in Berlin zu treffen und uns über unsere gemeinsamen Interessen in Sachen spanischer Übersetzung zu verständigen. Geografisch ist Mexiko sehr nahe an den Vereinigten Staaten und Argentinien ist am Ende der Welt. Sie werden von vielen Lehrern besucht, wir nicht...

Ich hoffe, dass die IFF uns auch damit helfen kann. Die spanischsprachige Welt ist riesig, und wenn es eine wirkliche und ehrliche Absicht gibt, die Methode weiter zu verbreiten, dass sie unterrichtet wird und damit ein Lebensunterhalt verdient werden kann, dann muss etwas geschehen. In gewisser Weise könnten wir die Pioniere für unsere Sprachgemeinschaft sein. Wir meinen, dass Argentinien das wichtigste Land für die Feldenkrais-Methode in unserer Region ist. Uruguay hat keine Gilde, Chile hat keine. Aber in Argentinien haben wir ziemlich viele Mitglieder, die viel für die spanische Sprachgemeinschaft tun und die Methode verbreiten können. Wir sind wie ein Samenkorn in Lateinamerika.

Wenn wir die Möglichkeit haben, TrainerInnen oder gute LehrerInnen nach Argentinien zu holen, bieten wir die Kurse auch in unseren Nachbarländern an. Wir schicken ihnen allen die Informationen per Email. Kürzlich kam Mia Segal und es war schrecklich teuer für uns; nur 35 Leute kamen, von denen nur 15 ArgentinierInnen waren (von 70 Mitgliedern!). Ich meine, es ist weiterhin notwendig, der internationalen Community zu erklären, wie wichtig es für uns ist, Fortbildungen zu bekommen. Das ist eines unserer wichtigsten Themen, die ich auf der Versammlung eingebracht habe.

 

Copyright Diana Romano und Uta Ruge

Zuerst erschienen in Feldenkraisforum